Entstehung

Gebäude, insbesondere historische, brauchen regelmäßige Pflege und Wartung. Sie müssen auch regelmäßig in Augenschein genommen werden. Eigentümer sind aus verschiedenen Gründen häufig nicht in der Lage, die notwendigen Maßnahmen selbst auszuführen. Deswegen haben sich vor 35 Jahren in den Niederlanden Eigentümer zusammengetan, um einen Pflegedienst zu gründen. Heute gilt er unter dem Namen Monumentenwacht als Vorbild für ganz Europa.

Inzwischen untersuchen die Monumentenwachten in allen niederländischen Provinzen rund 25.000 der insgesamt etwa 51.000 geschützten Denkmäler regelmäßig auf ihren Erhaltungszustand. Darunter sind Kirchen, Schlösser, Herrenhäuser, Wohnhäuser, Bauernhöfe, Windmühlen und Industriedenkmäler. Der Zustand von 90 % der Denkmale in den Niederlanden wird heute als „gut“ eingeschätzt. Ein ähnlicher Dienst wurde 1991 in Flandern/Belgien gegründet. Er betreut heute 5.100 Gebäude.

2004 wurde der Monumentendienst im westlichen Niedersachsen ins Leben gerufen. Heute ist er bereits an rund 660 Gebäuden tätig, die regelmäßig durch seine ausgebildeten Spezialisten inspiziert werden. Dringend notwendige Kleinreparaturen (z. B. von Undichtigkeiten am Dach oder die Reinigung von Dachrinnen) werden sofort durchgeführt. Die ausführlichen Schadensberichte enthalten Empfehlungen für künftige Maßnahmen. Deren Durchführung bleibt Aufgabe der Eigentümer und der von ihnen zu beauftragenden Fachunternehmen. Der Dienst kostet im Jahresabonnement 40 Euro, für Inspektion und Reparaturarbeiten werden 25 Euro pro Stunde und Frau/Mann fällig.

Da der niederländische Staat vom öffentlichen Nutzen der Inspektionen überzeugt ist – denn durch die ständige Betreuung werden die Gebäude besser erhalten –, übernehmen er und die Provinzen insgesamt etwa 45 % der Kosten. Die Monumentenwachten der Niederlanden und Belgiens sowie der Monumentendienst (Niedersachsen) sind gemeinnützig, nicht kommerziell orientiert, neutral und unabhängig und arbeiten mit den Denkmalschutzbehörden zusammen. Ihr Personal ist gut ausgebildet und wird laufend weiter geschult.

Seit 2003 besteht die DenkmalWacht Brandenburg und Berlin. Neben Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit haben wir bereits einige Probeinspektionen durchgeführt. Wir beteiligen uns regelmäßig an der Messe denkmal in Leipzig und sind Gründungsmitglied des Bundesverbandes BAUDID (Bundes-Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Denkmal- und Altbau-Inspektionsdienste).

Die DenkmalWacht Brandenburg und Berlin ist der Förderung einer nachhaltigen und vorbeugenden Denkmalpflege verpflichtet. Es ist unser Ziel, auch in Nordostdeutschland einen professionell tätigen, gemeinnützigen Monumentendienst aufzubauen. Wir arbeiten dafür eng mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden zusammen. So sollen die erheblichen Investitionen von Steuerzahlern, Eigentümern, Spendern und Sponsoren, die seit 1990 in die Renovierung historischer Gebäude und Denkmäler geflossen sind, langfristig gesichert und in ihrem Wert erhalten werden.

In Zusammenarbeit mit polnischen Partnern diskutieren wir, einen solchen Dienst ebenfalls in der benachbarten polnischen Woiwodschaft Westpommern anzubieten.

Die Einsicht in die Notwendigkeit einer nachhaltigen Pflege und Wartung des baukulturellen Erbe wächst. Sowohl die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als auch die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger Deutschlands befürworten die Entwicklung von Monumentendiensten in Deutschland. Kürzlich gründete die Deutsche Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch für ein Stifterehepaar aus Dresden die Stiftung Monumentendienst. Durch sie sollen Maßnahmen zur vorsorgenden Denkmalpflege deutschlandweit unterstützt werden.